Monatssprüche

Gott ist nicht fern. Er ist nicht im Himmel und nicht auf der anderen Seite des Meeres. Diese Botschaft geht dem Losungstext aus 5. Mose 30,14 voraus. Der Mensch muss nicht zu den Sternen reisen oder große Meere überqueren, um Gottes Weisung zu finden und zu empfangen. Gott will uns damit sagen: “Sucht mich nicht in fernen Galaxien oder in fremden Länder, denn ich stehe schon bei euch vor der Tür.“

„Der Herr ist mein Hirte/ mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue/ und führet mich zum frischen Wasser.“ So beginnt der uns vertraute Psalm 23. Seit der Kindheit bekannt, trägt er die kindliche Lebenszuversicht und Einstimmung darein mit sich, auf die Gabe des Lebens und seinen Schutz angewiesen zu sein. Gott sagt sich zu als die Quelle des Lebens. Er sieht unseren Mangel. Er sieht unsere Dürre. Er fühlt unsere Bedürftigkeit. Ihm geht unser Begehren nahe.

Gott spricht dies in Hesekiel 37,27 - Diese Zusage Gottes richtet sich an das Volk Israel und seiner Vereinigung unter den Nationen. Das Volk Israel lebt zu dieser Zeit versprengt in der Fremde. Ähnlich dem Novembergrau liegt über dem damaligen Leben der Menschen um den Propheten Hesekiel eine bleierne Schwere. Was einst zusammen gehörte, ist zerbrochen. Geborsten wie Holz, der Tempel in Jerusalem zerstört. Das Zerbrochene kann wieder heil werden, sagt der Prophet. Er ist die verbindende Mitte. In ihm kommt zueinander, was zusammengehört.

Lukas 13,30 - „Mein Auto .. mein Haus .. Mein Boot .. mein Bankkonto.“ So prahlt gern der Mensch, der allen zeigen will, wie viel er besitzt. So unterstreicht er seinen Status. So will er alle wissen lassen, dass er sich unter den Ersten der Gesellschaft befindet und von besonderem Wert ist. Und die Anderen?  Sie sind natürlich nicht unter den Ersten, sondern (vielleicht) unter den Letzten.  Sind sie dann weniger wert als die Ersten? Es ist aber nur ein Spiel, könnten einige meinen.

„Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Groß und Klein.“ (Apostelgeschichte 26, 22) - Ein unerschrockener Paulus hat diese Worte gesprochen, in einer langen, flammenden Rede vor Agrippa, König der Juden, von des römischen Kaisers Gnaden, und vor Festus, dem neuen römischen Statthalter in Jerusalem. Etliche Juden wollten Paulus verurteilt sehen, weil er seine Bekehrungsgeschichte verbreitet und zur Buße ruft.

Paulus schreibt diesen Satz (Kol 4, 6) in einem Abschnitt des Kolosserbriefes, in dem es um die Verkündigung des Glaubens geht. Die Christen sollen die Botschaft der Liebe Gottes vermitteln und weitergeben. Da muss ich zuerst an eine Predigt denken. Wenn dann das Salz und Würzen ins Spiel kommen, muss ich wiederum ans Kochen denken. Jeder von uns hat wohl ein Lieblingsgericht. Das können Spaghetti mit Tomatensoße sein oder Rinderfiletspitzen mit blanchiertem Gemüse und Kroketten.

Eine berechtigte Frage kann manchmal störend wirken. Die Pflichten des Alltags beschäftigen uns; sie verlangen unsere volle Konzentration. Und die geben wir gerne, eben weil solche Pflichten uns so wichtig erscheinen. Sie nehmen uns vollkommen in Besitz; es stört uns dann, wenn Leute, besonders Leute, die uns fremd vorkommen, plötzlich vor uns stehen und die berechtigte Fragen stellen: „Ist das denn wirklich so wichtig? Ist nicht etwas anderes doch wichtiger?“

Zu meinen ersten Eindrücken aus Besuchen und Gesprächen gehört: Ich komme in eine Gemeinde mit gastfreundlichen Menschen. Und zu Menschen, die in einer gesellschaftlichen Situation zunehmender Fremdenangst sich um konkrete Hilfe für Flüchtlinge bemühen. Ich werde als Pastor der Gemeinde mehr sein als ein Gast. Aber ich werde, so mein Wunsch, immer auch ein Gast bleiben dürfen, der zuerst sprechen darf: „Friede diesem Haus!“ In der Lage, in der Jesus die Jüngerinnen und Jünger anspricht, bin ich nicht.

So können wir in Abwandlung eines berühmten Zitats aus dem „Kleinen Prinzen“ von St. Exupéry sagen, wo es heißt: Man sieht nur mit dem Herzen gut! Gott spricht: „Ich schenke Euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch!“ Hesekiel 36, 26a Der Mensch des ersten Testamentes denkt mit dem Herzen, denn nach alttestamentlicher Anthropologie ist das Herz der Sitz des Verstandes und der Weisheit. Die Gefühle sitzen nach damaligem Verständnis in den Knien, das können wir auch nachvollziehen, wenn uns manchmal die Knie schlottern. Das Gehirn hatte damals übrigens keine besondere Funktion.

Immer wenn ich Seele lese, frage ich mich zunächst: „Was meint der Schreiber, wenn er von der Seele spricht?“ Ist die Seele das innerste Wesen des Menschen, all sein Denken, Fühlen und Empfinden, all das, was uns einzigartig macht in unserer Person? Oder ist die Seele der körperlose, unsterbliche Teil des Menschen, sozusagen das Göttlich, das dem Menschen in der Schöpfung durch Gottes Atem eingehaucht wurde, vom Ursprung her von Gott kommend und damit auch unvergänglich?
Unsere Seele ist meiner Ansicht nach beides. Unsere Seele ist unvergänglich und einzigartig. Sie ist das, was uns als Individuum ausmacht.

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Monatslosung

Es ist das Wort nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.

5. Mose 30, 14

Tucholsky Quartier

Unsere Kirche liegt am Rande des Quartiers, dessen Neuplanung angedacht ist. Informationen dazu finden Sie auf dem Blog des Bezirksamtes Altona unter www.tucholsky-quartier.de. Auch wir beteiligen uns an dem - derzeit ruhenden - Entwicklunsgprozess.

 

Wir in Hamburg-Altona

Schon 1601 erlaubte Graf Ernst von Schauenburg den aus den Niederlanden geflohenen, in dem damals kleinen Ort Altona eine Gemeinde zu gründen und eine Kirche zu bauen. In der Blütezeit der Gemeinde im 17. und 18. Jahrhundert zählten viele Kaufleute, Reeder (Walfang), Unternehmer und Handwerker zu den Mennoniten. Unsere erste Kirche (Große Freiheit) brannte 1713 im Schwedenbrand nieder und wurde durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. 1915 wurde die neue Kirche der Mennonitengemeinde an der Mennonitenstraße in Altona-Nord eingeweiht, die uns seitdem als Versammlungsort dient.