Mennoniten in der DDR

geschrieben von Fernando Enns

Kirchliches Sein und die entsprechende Theologie vollziehen sich immer in geschichtlichen Kontexten und werden von diesen geprägt. Das gilt auch für die Geschichte der Mennoniten in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und in der DDR. Bei der noch ausstehenden, aber dringend erforderlichen Erforschung der Geschichte der Mennonitengemeinde in der SBZ/DDR sollten noch erhaltene Selbstzeugnisse und Interviews mit Zeitzeugen mit den Quellen staatlicher Provenienz verzahnt werden. Wie hat sich die kleine Gemeinschaft der Mennoniten, deren Größe in der DDR Anfang der fünfziger Jahre auf etwa 1.000 Mennonitinnen und Mennoniten geschätzt und zum Ende der DDR offiziell noch mit 244 Personen angegeben wurde, zum DDR-Sozialismus verhalten?

Eine grundlegende Frage ist z.B. wie sich der für die Mennoniten zentrale Begriff des Friedens zu dem von der SED propagierten Begriff des Friedens verhielt? Hat sich unter den Umständen des real existierenden Sozialismus und seiner Kirchenpolitik eine eigene mennonitische Theologie, ähnlich wie die des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR unter dem Sichtwort „Kirche im Sozialismus“, heraus gebildet und die mennonitische Gemeinde in der DDR geprägt? 

Die Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen lädt ein zu einer weiteren öffentlichen Veranstaltung, die Einblick gewährt in laufende Forschungsarbeiten:

am Samstag, den 14. April 2018, 16:30 - 18:00 Uhr, in der Mennonitenkirche Hamburg Altona

(anschließend Zeit für Gespräche bei Imbiss und Wein)

Diese Fragen untersucht der ehemalige Pastor der mennonitischen Gemeinde in Hamburg, Bernhard Thiessen, in einem gerade begonnenen Forschungsprojekt. Seine Quellen sind die Archivalien der Mennonitengemeinde in der DDR und Zeitzeugeninterviews.

Um ein Gesamtbild zeichnen zu können, werden von Frau Dr. Marie Anne Subklew die Akten, die von Staat, Partei und Staatssicherheit über die Mennoniten angelegt wurden, eingesehen.

Pastor Bernhard Thiessen und Dr. Marie Anne Subklew stellen erste Ergebnisse ihrer Forschungen vor.

 

Informationen zur ATF finden Sie hier.

Foto: https://flic.kr/p/i5htSC von Nurla Deroeck - Bestimmte Rechte vorbehalten CC by 2.0

Gelesen 1104 mal Letzte Änderung am Dienstag, 24 April 2018 10:13

Monatslosung

Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.

Offenbarung 21, 2

Tucholsky Quartier

Unsere Kirche liegt am Rande des Quartiers, dessen Neuplanung angedacht ist. Informationen dazu finden Sie auf dem Blog des Bezirksamtes Altona unter www.tucholsky-quartier.de. Auch wir beteiligen uns an dem - derzeit ruhenden - Entwicklunsgprozess.

 

Wir in Hamburg-Altona

Schon 1601 erlaubte Graf Ernst von Schauenburg den aus den Niederlanden geflohenen, in dem damals kleinen Ort Altona eine Gemeinde zu gründen und eine Kirche zu bauen. In der Blütezeit der Gemeinde im 17. und 18. Jahrhundert zählten viele Kaufleute, Reeder (Walfang), Unternehmer und Handwerker zu den Mennoniten. Unsere erste Kirche (Große Freiheit) brannte 1713 im Schwedenbrand nieder und wurde durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. 1915 wurde die neue Kirche der Mennonitengemeinde an der Mennonitenstraße in Altona-Nord eingeweiht, die uns seitdem als Versammlungsort dient.

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