Das Jubiläumsjahr 2015 und was sonst noch war

geschrieben von  Isabell Mans / Bernhard Thiessen

Bereits im April 2014 haben wir bei einem musikalischen Abend und einem Festgottesdienst an die Grundsteinlegung unserer „Mennoburg“ gedacht. Die verschiedenen Vorbereitungsgruppen begannen denn auch mit ihrer Arbeit. Am langwierigsten war wohl das Buchprojekt: „100 Jahre Augenblicke“. Geschichtchen aus der Geschichte wurden gesammelt. Viele Menschen haben sich erinnert. Mit Zeichnungen von Kindern, vielen historischen und aktuellen Fotos vom Gebäude, Zitaten und Artikeln wurde das Buch zu einem bunten Beitrag zum Jubiläum und auch weit darüber hinaus. Allen noch einmal herzlichen Dank, die daran mitgewirkt haben, es gekauft haben und hoffentlich zum Genuss und Gewinn auch gelesen haben.

Ganz herzlich sei auch allen gedankt, die zur Durchführung und zum Gelingen unserer verschiedenen Jubiläumsveranstaltungen beigetragen haben. Es waren weit über 50 Personen, die an ganz unterschiedlichen Stellen ihren Beitrag geleistet haben und ohne die das Jubiläumsjahr so nicht stattgefunden hätte. Danke!

Im September wurde es dann Ernst, zunächst mit der „Nacht der Kirchen“, die wir zusammen mit der Evangelischen Gebetsgemeinschaft und der Ev. Luth. Paulusgemeinde durchgeführt haben. Von Kinder- und Erwachsenenchören, über Schultaschenaktion, Kinder- und Jugendprogramm und gemeinsamem Sommerfest war es ein buntes Treiben, das uns als Geschwister auch der Gebetsgemeinschaft und der Pauluskirche näher brachte. Ein Gesprächsabend anlässlich der Ausstellung zu Märtyrern und Mennoniten erhellte uns Geschichte und Gegenwart der Hamburger Mennonitengemeinde und der Ev. Gebetsgemeinschaft. Verschiedene Ausflüge führten uns an historische Stätten und an Orte, an denen heute Glauben gelebt wird. Ein mennoFORUM zum Stichwort „Glaubensfreiheit“ und schließlich der große Festakt mit Gottesdienst und Empfang, bei dem wir viele Gemeindeglieder, aber auch viele Gäste aus Nah und Fern, insgesamt über 300 Personen, begrüßen konnten. So viele Menschen haben wir nicht jeden Sonntag in unserer Kirche. Das führt zu einem anderen Stichwort, es war ein Jahr der Gastfreundschaft.

Wir zu Gast bei anderen: Unsere Gemeindeglieder Prof. Dr. Fernando Enns und Pastorin Corinna Schmidt sind oft Podiumsgäste oder Botschafter und Botschafterin der Mennoniten bei anderen. Doch auch Pastor Bernhard Thies-sen und Pastorin Isabell Mans vertreten unsere Gemeinde immer wieder, weil andere sich für uns Mennoniten interessieren, so zum Beispiel auch bei einem interreligiösen Dialog über die Gewaltfreiheit oder beim Kreuzweg für die Flüchtlinge. Doch auch andere Gemeindeglieder sind unsere Gesandten, da sie das, wie wir Christsein und Mennonitsein verstehen und leben, anderen weitersagen, z.B. Sam-Lukas Schamp als CD-Freiwilliger in den USA, Rebecca Froese und andere zusammen mit anderen bei der Mennonitischen Weltkonferenz in den USA. Und sicher seid auch Ihr, die Ihr nun diesen Bericht lest, Botschafterin und Botschafter Christi in Eurem Alltagsleben. Nur Mut, gebt Zeugnis von dem, was uns bewegt, und von dem, der uns bewegt: Die Welt braucht das! Und auch wir brauchen die anderen, die uns helfen, unser Glaubensleben tiefer zu verstehen und zu leben.

So gab es auch Gäste bei uns: Vermittelt durch die Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen an der Hamburger Universität hörten wir eine Gastpredigt von Prof. Dr. John Rem-pel. Als Preisträger des Menno-Simons-Predigtpreises kam Pastor Dr. Pieter Post zu uns. Und Bischof emer. Danisa Ndlovu aus Simbabwe, unser ehemaliger Vorsitzender der Mennonitischen Weltkonferenz, kam durch Vermittlung von Pasto-rin Martina Basso zu Gast. Bereits im März hatten wir Künstler aus Mexiko bei uns, den Kontakt hat unser Vorsitzender Thomas Schamp hergestellt. Sie machten mit Musik und Plakaten in Friedensaktio-nen auf die Gewalteskalation in ihrem Heimatland aufmerksam. Nicht nur für Ferne, auch für Nahe sind wir Gastgeber, so für die Ev. Luth. Paulusgemeinde mit ihrem Pauluschor und für die mennonitische Männertagung, die diesmal in Hamburg tagte. Unsere Jugendlichen fahren ins Ausland und es kommen auch welche zu uns, so nahm Familie Fechner für eini-ge Wochen eine Austauschschülerin aus Paraguay auf. Auch haben wir immer wieder Gäste in unseren Gottesdiensten. Sicherlich hat dazu auch die Öffentlichkeitsarbeit beigetragen.

Präsenz in Medien: Bei der letzten Gemeindeversammlung vor einem Jahr haben wir die ehrenamtliche Öffentlichkeitsreferentin Heike Höpner vorgestellt. Sie hat viele Kontakte hergestellt und dabei sind Journalisten und Redakteure auf uns aufmerksam geworden. So gab es einen einstündigen Radiobeitrag auf NDR 90,3, der als überarbeiteter halbstündiger Radiobeitrag auf NDR Info wiederholt wurde. Auch kam es zu Beiträgen online, z.B. auf evangelisch.de. Die Übertragung eines Gottesdienstes im Radio (NDR INFO, WDR 5 und RBB) wurde durch einen Kontakt beim vorletzten Menno-Simons-Predigtpreis angeregt. Auch kam es zu Interviews für die Tageszeitung in Wedel, die Pauluspost und den Gemeindebrief der Baptisten anlässlich ihres „100 Jahre Christuskirche“-Festes.

Menschen interessieren sich für uns und einige sind in diesem Jahr auch in unsere Gemeinde eingetreten. Sicherlich hängt das auch damit zusammen, dass wir ein Jahr der Generationen hatten. Waren bisher die verantwortlichen Pastoren eher aus einer Generati-on, so ist mit Isabell Mans eine jüngere Generation mit in die Verantwortung gekommen. Sie hat einen Hauskreis gegründet, der sich in diesem Jahr weiter stabilisiert und entwickelt hat.

Auch ist aus der Not und Verantwortung heraus ein Arbeitskreis „Flucht und Asyl“ von Isabell Mans gegründet worden. Bei einigen Treffen nach Gottesdiensten und bei unserer Gemeindeversammlung im Herbst ist über die Flüchtlingsarbeit, besonders am Holstenkamp, aber auch an anderen Orten berichtet und geworben worden. (Bei der Gelegenheit sei auf die Veranstaltung am 13. Februar 2016 mit Martina Basso vom Friedenszentrum Berlin zum Thema Kirchenasyl hingewiesen und eingeladen). Martina Basso war im letzten Dezember bei uns, um bei einem der Frauentage der Ge-meinden Lübeck und Hamburg zu referieren.

Wir freuen uns, dass wir die neue Jugendreferentin, Anna Gass, bei einem Gottesdienst einführen konnten. Sie wohnt in Hamburg und ist somit unsere Ansprechpartnerin für die Mennonitischen Jugend Norddeutschland (MJN). Mit ihr zusammen veranstaltete Isabell Mans ein Jugendwochenende in unseren Räumen für Jugendliche zwischen 11 bis 14 Jahren. Weitere Jugendwochenenden werden folgen. Bereits Anfang des Jahres hat Isabell Mans mit Nathalie Eleyth den Mennotreff für Jugendliche mit gestaltet und außerdem zusammen mit Rebecca Froese zu zwei Jugendwochenenden für ältere Jugendliche eingeladen. Allerdings gilt es nun die neue Gruppe, die aus dem Glaubenskurs heraus erwächst, weiter zu führen
Angeregt durch einen Beitrag in unserer mennonitischen Zeitschrift „BRÜCKE“ haben sich sowohl der Kreis der Predi-genden als auch der Besuchskreis über-legt, einen Singgottesdienst abzuhalten, bei dem die verschiedenen Generationen sich ihre Lieblingslieder vorstellen. Es war - wie passend - der Sonntag mit Namen Kantate: „Singet“!

Immer wieder anregend für Inhalte in unserer Gemeinde ist die Zusammenarbeit mit der Universität: Besonders bei den Abenden im menno-FORUM. Zurzeit läuft die Themenreihe „Reformation und Freiheit“, bei der es um die Erfahrungen aus der Geschichte für die Herausforderungen von heute ging: Glaubensfreiheit, Migration und Gewaltfreiheit waren die Schwerpunkte. Aber auch zwei Wochenendveranstaltungen, die von der Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen und Pastorin Isabell Mans organisiert wurden, mit dem etwas sperrigen Namen „Formatio Mennonitica“ waren inhaltlich und von den persönlichen Begegnungen her sehr lohnend. Es ging allgemein um Mission und im Besonderen um mennonitische Mission. Es ist eine Veranstaltungsreihe, die durchaus für theologisch interessierte Menschen und nicht nur Studierende ausgeschrieben war. Also Mut, wenn Formatio Mennonitica wieder zu Wochenendtagungen einlädt. Die nächste wird Anfang Juni 2016 mit Prof. John Rempel sein. Auch hat der Assistent von Prof. Enns, Dr. Jonathan Seiling bei uns einen Vortrag über den „1. Weltkrieg und die Anstöße zur Friedensethik“ gehalten, der uns besonders Einblick in die Friedensarbeit der nordamerikanischen Mennoniten gab. Ganz herzlichen Dank an die Verantwortlichen der Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen, dass wir als Gemeinde so viel von den Inhalten und den interessanten Gästen profitieren dürfen. Dies sind Veranstaltungen, die wir ohne Euch und Eure Kontakte nie durchführen könnten.

Kann man so ein Jahr noch steigern? Vielleicht wollen wir das gar nicht. Es ist gut, besondere Veranstaltungen und Jahre zu haben, sie helfen uns, unseren Glauben und unsere Schwerpunkte genauer zu kennen, zu spüren und zu gestalten. Doch ist es auch wichtig, die Gemeinde als einen Ort der Kraft und einen Ruhepol der Besinnung zu erleben, damit wir unseren Alltag besser bestehen können. Beides tut gut: Aktion und Besinnung. So danken wir allen Mitarbeitenden für die getane Arbeit und allen Gemeindeglieder für Euer Vertrauen und Euer Kommen.

Möge Gott uns auch im Jahr 2016 in der Gemeinde und Zuhause begleiten.

Gelesen 2397 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 03 Februar 2016 17:36

Monatslosung

Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt.

Kol 4, 6

Tucholsky Quartier

Unsere Kirche liegt am Rande des Quartiers, dessen Neuplanung gerade läuft. Informationen dazu finden Sie auf dem Blog des Bezirksamtes Altona unter www.tucholsky-quartier.de. Auch wir beteiligen uns an dem spannenden Entwicklunsgprozess.

 

Wir in Hamburg-Altona

Schon 1601 erlaubte Graf Ernst von Schauenburg den aus den Niederlanden geflohenen, in dem damals kleinen Ort Altona eine Gemeinde zu gründen und eine Kirche zu bauen. In der Blütezeit der Gemeinde im 17. und 18. Jahrhundert zählten viele Kaufleute, Reeder (Walfang), Unternehmer und Handwerker zu den Mennoniten. Unsere erste Kirche (Große Freiheit) brannte 1713 im Schwedenbrand nieder und wurde durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. 1915 wurde die neue Kirche der Mennonitengemeinde an der Mennonitenstraße in Altona-Nord eingeweiht, die uns seitdem als Versammlungsort dient.