Menno-Simons-Predigtpreis 2017

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In diesem Jahr verleiht die Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen (Universität Hamburg) den Menno-Simons-Predigtpreis an Betty Pries, diplomierte Mediatorin in Canada und Doktorandin der Theologie an der Freien Universität Amsterdam. In ihrer Advents-Predigt geht Pries von der Welt aus, wie sie sich ihr nach den letzten Präsidentschaftswahlen in den USA darstellt: Rassismus, Sexismus und Homophobie scheinen von neuem entfesselt zu sein, auch in Canada, ja in der ganzen Welt. Sie beobachtet eine Wende hin zu Ausgrenzung, Hass und Angst vor anderen Kulturen und Religionen.

 Im persönlichen Bereich möge das schlicht zu großer Traurigkeit führen, im Gesellschaftlichen und Internationalen entwickele sich daraus leicht eine gefährliche Dynamik.

Leben wir in apokalyptischen Zeiten?, fragt Pries. – Apokalyptik offenbart, was „in unseren Herzen ist“. Das mag der Grund sein, warum in der Adventszeit seit Alters her apokalyptische Texte der Bibel gepredigt werden. Der hier pämierten Predigt liegt die Rede vom Gericht Gottes zugrunde (Matthäus 24:36-44): Gott kommt “wie ein Dieb in der Nacht”!

Betty Pries, 1970 in Winnipeg (Manitoba) geboren, wuchs in einer mennonitischen Familie auf. Ihre Eltern waren 1943 aus der Ukraine geflohen und kamen – über Paraguay – schließlich nach Canada. Heute lebt und arbeitet sie in der Universitätsstadt Waterloo (Ontario). 2006 gründete sie gemeinsam mit Kollegen das Beratungsunternehmen „Credence & Co“, das sie heute als Executive Director leitet. Dieses Unternehmen hat sich auf Mediation und Konfliktlösung spezialisiert, mit einem Schwerpunkt im kirchlichen Bereich. Daneben unterrichtet Pries an verschiedenen Universitäten und Colleges Konfliktlösung und Friedensbildung. Ihren Bachelor erwarb sie an der University of Manitoba, ihren Master (Theologie) am mennonitischen Conrad Grebel University College, sowie am Anabaptist Mennonite Biblical Seminary in Elkhart (Indiana). Inzwischen hat sie 25 Jahre Praxiserfahrung als Mediatorin (Mitglied im ADR Institute of Ontario, Canada). Ihrer Heimatgemeinde, der Waterloo North Mennonite Church, dient sie vor allem als „Laienpredigerin“. 2011 erhielt sie den Distinguished Alumni Award des Conrad Grebel University College. – Betty Pries ist verheiratet mit Prof. Paul Fieguth (Systems Design Engineering an der University of Waterloo) und hat drei Kinder im Teenager Alter.

Die prämierte Predigt wird am 2. Advent (10. Dezember 2017) um 10 Uhr, im Gottesdienst der Mennonitenkirche Hamburg-Altona zu hören sein. Im Anschluss findet die öffentliche Preisverleihung statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Mit dem Menno-Simons-Predigtpreis sollen Predigten angeregt und gewürdigt werden, die das biblische Zeugnis im Licht der täuferisch-mennonitischen Tradition zur Sprache bringen. Im Horizont gelebter Ökumene sollen sie friedenskirchliche Orientierung fördern und durch Glaubwürdigkeit überzeugen, um spirituelle Stärkung zu bieten. Ferner sollen die Predigten zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen des öffentlichen Lebens anregen – über die eigenen konfessionellen Grenzen hinaus.

Der Preis wurde von Dr. h.c. Annelie Kümpers-Greve (Mennonitengemeinde Hamburg) gestiftet, die im Frühjahr 2017 verstarb. Er ist mit Euro 2.000 dotiert und geht zur Hälfte an die Preisträgerin, zur anderen Hälfte an ihre Kirchengemeinde, „um wissenschaftlich reflektierte Bibelarbeiten im Wirkfeld der Predigenden zu fördern“.

Die Jury umfasst mennonitische TheologInnen, Vorsitzender ist Prof. Dr. Fernando Enns (Leiter der Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen), als externer Gutachter fungiert Prof. em. Dr. Hans-Martin Gutmann (Praktische Theologie, Universität Hamburg). Weitere Mitglieder der Jury sind: Lukas Amstutz  (Schweiz), Pastorin Christina Duhoux (Niederlande), Pastorin Birgit Foth (Ludwigshafen), Pfarrerin Dr. Christiane Karrer-Grube (Niederlande) und Heinrich Wiens (Detmold).

 

Für Rückfragen:
Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen / Fachbereich Ev. Theologie / Universität Hamburg
Tel.: 040 – 428 38 3780
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Internet: http://www1.theologie.uni-hamburg.de/de/einrichtungen/arbeitsstellen/friedenskirche.html

Gelesen 82 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 29 November 2017 17:49

Monatslosung

Und siehe, es sind Letzte, die werden die
Ersten sein, und es sind Erste, die werden
die Letzten sein.

Lk 13, 30

Tucholsky Quartier

Unsere Kirche liegt am Rande des Quartiers, dessen Neuplanung angedacht ist. Informationen dazu finden Sie auf dem Blog des Bezirksamtes Altona unter www.tucholsky-quartier.de. Auch wir beteiligen uns an dem - derzeit ruhenden - Entwicklunsgprozess.

 

Wir in Hamburg-Altona

Schon 1601 erlaubte Graf Ernst von Schauenburg den aus den Niederlanden geflohenen, in dem damals kleinen Ort Altona eine Gemeinde zu gründen und eine Kirche zu bauen. In der Blütezeit der Gemeinde im 17. und 18. Jahrhundert zählten viele Kaufleute, Reeder (Walfang), Unternehmer und Handwerker zu den Mennoniten. Unsere erste Kirche (Große Freiheit) brannte 1713 im Schwedenbrand nieder und wurde durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. 1915 wurde die neue Kirche der Mennonitengemeinde an der Mennonitenstraße in Altona-Nord eingeweiht, die uns seitdem als Versammlungsort dient.