Begegnet einander mit Liebe

geschrieben von Isabell Mans

Einander zu lieben – das ist gerade dann richtig herausfordernd, wenn man sich eigentlich fremd ist. Dann, wenn nicht alles glatt läuft, dann, wenn man sich fremd ist oder sich entfremdet hat. Einander zu lieben, das kann richtig anstrengend sein. Liebe heißt nicht nach der ersten großen Herausforderung zu sagen: Ich gehe jetzt… . Trotz oder gerade wegen der Herausforderung kann die Liebe sogar wachsen.

Jesus Christus spricht diesen Satz nicht in irgendeine Situation hinein, sondern genau vor seinem Tod. Er weiß, sein Tod stellt die Jünger auf die Probe: Werden sie auch in den schweren Zeiten der Anfechtungen, die nun folgen werden, bestehen ko nnen und sich nicht zerstreiten, weil sie unter Druck stehen und Verfolgungen als Randgruppe ausgesetzt sind? Wird sie das Band der Liebe immer wieder zusammenhalten? Jesus Christus gibt ihnen weiter: Ihr habt zwar nicht mehr mich, aber ihr habt das Band der Liebe als Zeichen! Daran werden euch andere erkennen – und sie werden sich wundern. Ja, ein Wunder ist es, wenn man sich – trotz dem alles dagegen zu sprechen scheint – geliebt weiß. So verstehe ich auch meine herzliche Aufnahme in der Schweiz als Liebe. Der Wille, einen Gast, einen Fremden aufzunehmen und sich mit ihm auseinan-derzusetzen, ist für mich eine Haltung der Liebe. Die Geduld, die mir entgegengebracht wird – der Fremden – die teilweise sprachlos ist, da sie die Sprache nur ma ßig beherrscht. So wie mir geht es vielen (Im)migranten, die die Erfahrung der Fremdheit machen.

Fremdheit zu spüren und zusätzlich noch abgelehnt zu werden, tut weh. Die Kampagne hier in der Schweiz gegen „Masseneinwanderung“ mitsamt ihres suggestiven Plakats dient keineswegs einer differenzierten Auseinandersetzung, die von einer Haltung der Liebe zeugen wu rde, son-dern tut einfach nur weh: „Aha - ich als Aus-la nder bin der schwarze Baum, der das Land zersetzt.“

Aber das ist nur ein Beispiel für eine Haltung der Angst anstelle einer Haltung der Liebe, die sich mit „Langmütigkeit“ und „Güte“ (1. Kor 13) mit einem Thema auseinandersetzt. Die Angst – und das trifft wohl auch auf den Zusammenhang zu, in den hinein Jesus zu seinen Jüngern spricht, ist wohl der schwierigste Kontrahent der Liebe! Das gilt nicht nur für unsere Bibelgeschichte, sondern auch für globale Zusammenhänge, partnerschaftliche Beziehungen, für alltägliche Begegnungen und auch (!) für die Begegnung mit mir selbst. Jesus Christus gibt uns den tröstenden, ermutigenden und lebensbejahenden Rat: Begegnet einander mit der Haltung der Liebe. Und „daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.“ (Johannes 13,35)

Foto (c) "Liebe von UrbanArtfefakte" unter http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/deed.en

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Monatslosung

Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.

Offenbarung 21, 2

Tucholsky Quartier

Unsere Kirche liegt am Rande des Quartiers, dessen Neuplanung angedacht ist. Informationen dazu finden Sie auf dem Blog des Bezirksamtes Altona unter www.tucholsky-quartier.de. Auch wir beteiligen uns an dem - derzeit ruhenden - Entwicklunsgprozess.

 

Wir in Hamburg-Altona

Schon 1601 erlaubte Graf Ernst von Schauenburg den aus den Niederlanden geflohenen, in dem damals kleinen Ort Altona eine Gemeinde zu gründen und eine Kirche zu bauen. In der Blütezeit der Gemeinde im 17. und 18. Jahrhundert zählten viele Kaufleute, Reeder (Walfang), Unternehmer und Handwerker zu den Mennoniten. Unsere erste Kirche (Große Freiheit) brannte 1713 im Schwedenbrand nieder und wurde durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. 1915 wurde die neue Kirche der Mennonitengemeinde an der Mennonitenstraße in Altona-Nord eingeweiht, die uns seitdem als Versammlungsort dient.

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