Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!

geschrieben von  Gerrit Wiebe

Jesus ist gekreuzigt, er wurde gefoltert und hingerichtet – tot ist der „König der Juden“. Die römischen Besatzer haben es geschafft, diesen Aufrührer zur Strecke gebracht. Dieses Kapitel sollte für sie nun am Ende sein. - Doch es kommt anders als erwartet. Gerade in diesem Moment bestätigt einer der beteiligten Soldaten: „Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!“ (Mt 27,54) Diese Einsicht kommt reichlich spät, denn gestorben ist der Menschensohn bereits. Warum ist es gerade der ungläubige Büttel der Römer, der als erster die neue Geschichte in Gang bringt?

Bar jeder Autorität in Glaubensfragen ist es dieser - einer der Täter - der nun bestätigt, dass Jesus eben doch Recht hatte mit der Behauptung der Gottessohnschaft.

Kurz zuvor fragte Jesus selbst noch: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ – und bekommt als Antwort von einem Römer: du warst Gottes Sohn! Er spricht dies, nachdem nicht nur Jesus dahin geschieden ist, sondern auch die Erde gebebt hat, der Tempelvorhang entzwei ging und Heilige aus ihren Gräbern gestiegen waren. Gott zeigt seine Macht in der Situation totaler Machtlosigkeit Jesu – in der sogar ein römischer Soldat es schaffen kann den gequälten Menschen wieder auf seinen eigentlichen Platz zu setzen.

Dass gerade dieser Römer ein Schlusswort nach der Passion Christi spricht, könnte bedeuten, dass der Tod Jesu nicht nur für seine – damals noch recht wenigen – Anhänger bedeutsam war, sondern gerade für alle anderen Menschen wichtig werden sollte. So starb Jesus nicht für die Sünden einer kleinen, elitären Gruppe, sondern eben auch und gerade für die der andersgläubigen Römer. Gott wendet sich also schon in seinem Tod allen Menschen zu – nicht erst in der Auferstehung. Und genauso ist es auch zuvor in all den Gleichnissen der Evangelien, in denen Jesu sich an Aussätzige, Andersartige und Fremde wendet. So findet im Tod sein Leben eine Bestätigung.

 

Bild: Jesus Cross von Claudio Ungari unter Creative Commons 2.0 generic Lizenz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gelesen 2779 mal

Monatslosung

Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt.

Kol 4, 6

Tucholsky Quartier

Unsere Kirche liegt am Rande des Quartiers, dessen Neuplanung gerade läuft. Informationen dazu finden Sie auf dem Blog des Bezirksamtes Altona unter www.tucholsky-quartier.de. Auch wir beteiligen uns an dem spannenden Entwicklunsgprozess.

 

Wir in Hamburg-Altona

Schon 1601 erlaubte Graf Ernst von Schauenburg den aus den Niederlanden geflohenen, in dem damals kleinen Ort Altona eine Gemeinde zu gründen und eine Kirche zu bauen. In der Blütezeit der Gemeinde im 17. und 18. Jahrhundert zählten viele Kaufleute, Reeder (Walfang), Unternehmer und Handwerker zu den Mennoniten. Unsere erste Kirche (Große Freiheit) brannte 1713 im Schwedenbrand nieder und wurde durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. 1915 wurde die neue Kirche der Mennonitengemeinde an der Mennonitenstraße in Altona-Nord eingeweiht, die uns seitdem als Versammlungsort dient.