Der Eid ist der Beweis für die Lüge in der Welt

geschrieben von  Jens Fieguth

Der Umgang mit der Wahrheit: „Euer Ja sei ein Ja, Euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösem.“ Mt 5,37 - Eigentlich geht es hier um das Schwören bzw. darum, einen Eid zu leisten. Ein Eid, ein Schwur als Bekräftigung der Wahrheit. Warum ist das notwendig? Bonhoeffer stellte hierzu fest: „Der Eid ist der Beweis für die Lüge in der Welt.“ Damit trifft er ziemlich genau das, was Jesus meint. Es gibt tatsächlich viele Stufen zwischen einer dreisten Lüge und der ganzen Wahrheit. Wir reden von den verdrehten Wahrheiten oder von halben Wahrheiten. Der Umgang mit der Wahrheit ist in unserer Welt eine regelrechte Kunstform.

Vielleicht sollten wir mal einen Politiker fragen, welche Formen der Wahrheit es gibt. Ich glaube diese sind Meister im Umgang mit den Wahrheiten. Wahr ist immer das, was dem eigenen Zweck am meisten dient. Wie oft haben wir uns schon bei aktuellen Berichten gefragt: „Ist das wirklich wahr und ist das auch die ganze Wahrheit?“ Unsere Skepsis ist durchaus angebracht.

Mit der Wahrheit ist das schon schwierig, denn die Wahrheit kann meinen Nächsten auch verletzen. Und manchmal erleben wir Situationen, in denen wir der Wahrheit ausweichen, weil sie für uns und den andern unangenehm ist. Ich frage mich danach häufig, ob mein Verhalten nun Feigheit, Bequemlichkeit oder Rücksichtnahme war. Vielleicht ist es auch eine Mischung aus allem. Was ist nun der richtige Weg für uns? Immer wenn ich auf eine solche Frage stoße, trete ich einen Schritt zurück und sehe auf das Grundlegende, was Jesus uns lehrt: Die Liebe zu Gott und die Liebe zu den Menschen.

Wenn ich auf diese Grundsätze sehe, fällt es mir leichter, die schwierigen Situationen in meinem Leben im richtigen Licht zu sehen. Ich denke, im Kern geht es Jesus um Wahrhaftigkeit in un-serem Leben. Wir sollen uns hierbei von der Liebe Gottes leiten lassen.

Bild: Bundesarchiv, Dietrich Boenhoeffer mit Schülern Bild 183-R0211-316 / CC-BY-SA [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons
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Monatslosung

Und siehe, es sind Letzte, die werden die
Ersten sein, und es sind Erste, die werden
die Letzten sein.

Lk 13, 30

Tucholsky Quartier

Unsere Kirche liegt am Rande des Quartiers, dessen Neuplanung gerade läuft. Informationen dazu finden Sie auf dem Blog des Bezirksamtes Altona unter www.tucholsky-quartier.de. Auch wir beteiligen uns an dem spannenden Entwicklunsgprozess.

 

Wir in Hamburg-Altona

Schon 1601 erlaubte Graf Ernst von Schauenburg den aus den Niederlanden geflohenen, in dem damals kleinen Ort Altona eine Gemeinde zu gründen und eine Kirche zu bauen. In der Blütezeit der Gemeinde im 17. und 18. Jahrhundert zählten viele Kaufleute, Reeder (Walfang), Unternehmer und Handwerker zu den Mennoniten. Unsere erste Kirche (Große Freiheit) brannte 1713 im Schwedenbrand nieder und wurde durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. 1915 wurde die neue Kirche der Mennonitengemeinde an der Mennonitenstraße in Altona-Nord eingeweiht, die uns seitdem als Versammlungsort dient.