Meine Seele wartet auf den Herrn, mehr als die Wächter auf den Morgen

geschrieben von  Jens Fieguth

Immer wenn ich Seele lese, frage ich mich zunächst: „Was meint der Schreiber, wenn er von der Seele spricht?“ Ist die Seele das innerste Wesen des Menschen, all sein Denken, Fühlen und Empfinden, all das, was uns einzigartig macht in unserer Person? Oder ist die Seele der körperlose, unsterbliche Teil des Menschen, sozusagen das Göttlich, das dem Menschen in der Schöpfung durch Gottes Atem eingehaucht wurde, vom Ursprung her von Gott kommend und damit auch unvergänglich?
Unsere Seele ist meiner Ansicht nach beides. Unsere Seele ist unvergänglich und einzigartig. Sie ist das, was uns als Individuum ausmacht.

Gegeben durch Gott und geformt durch unser Leben. Wenn unsere Seele also auf Gott wartet, so ist das nicht allein unsere Sehnsucht, sondern auch der Teil von uns, der sich nach seinem Ursprung sehnt, der Teil, der Lebenskraft und des Lichtes Gottes, die uns innewohnt.

Gerade in den Tagen, in denen ich von Unglücken, Leid, Krieg und Vertreibung höre, schreit meine Seele besonders laut. Sie sehnt sich nach Gerechtigkeit, nach Versöhnung und Frieden in unserer Welt. Der Vergleich mit dem Wächter auf den Turm, der das Ende der Nacht herbeisehnt, beschreibt diese Sehnsucht, einer Nacht voll unheilvoller Schatten und Geräusche, einer Nacht voller Unsicherheit, Angst und Kälte. Wenn sich dann das Licht des Morgens erhebt und die Schatten und Kälte vertreibt, jubelt seine Seele.

Lassen wir uns nicht lähmen von den Schatten und der Kälte in unserer Welt. Besonders die Adventszeit erinnert uns an das Licht Gottes. Ein Licht, das durch Jesus Christus in unsre Welt gekommen ist, ein Licht, das der Dunkelheit wiedersteht und unsere Seelen erhellt. Lasst uns das Licht bewahren damit es nicht untergeht im Weihnachttrubel.

Foto: Farben! 26/365 von Dennis Skley - Bestimmte Rechte vorbehalten https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/

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Monatslosung

Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt.

Kol 4, 6

Tucholsky Quartier

Unsere Kirche liegt am Rande des Quartiers, dessen Neuplanung gerade läuft. Informationen dazu finden Sie auf dem Blog des Bezirksamtes Altona unter www.tucholsky-quartier.de. Auch wir beteiligen uns an dem spannenden Entwicklunsgprozess.

 

Wir in Hamburg-Altona

Schon 1601 erlaubte Graf Ernst von Schauenburg den aus den Niederlanden geflohenen, in dem damals kleinen Ort Altona eine Gemeinde zu gründen und eine Kirche zu bauen. In der Blütezeit der Gemeinde im 17. und 18. Jahrhundert zählten viele Kaufleute, Reeder (Walfang), Unternehmer und Handwerker zu den Mennoniten. Unsere erste Kirche (Große Freiheit) brannte 1713 im Schwedenbrand nieder und wurde durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. 1915 wurde die neue Kirche der Mennonitengemeinde an der Mennonitenstraße in Altona-Nord eingeweiht, die uns seitdem als Versammlungsort dient.