Wo ihr aber in ein Haus eintretet, da sprecht zuerst: Friede diesem Haus!

geschrieben von  Markus Hentschel

Zu meinen ersten Eindrücken aus Besuchen und Gesprächen gehört: Ich komme in eine Gemeinde mit gastfreundlichen Menschen. Und zu Menschen, die in einer gesellschaftlichen Situation zunehmender Fremdenangst sich um konkrete Hilfe für Flüchtlinge bemühen. Ich werde als Pastor der Gemeinde mehr sein als ein Gast. Aber ich werde, so mein Wunsch, immer auch ein Gast bleiben dürfen, der zuerst sprechen darf: „Friede diesem Haus!“ In der Lage, in der Jesus die Jüngerinnen und Jünger anspricht, bin ich nicht.

Das ist keiner von uns. Nämlich: gänzlich unbehaust und ohne Besitz, Gottes Bote und Mitarbeiter in einer durch und durch feindlichen Umwelt. Aber in Jesu Rede werden Merkmale christlichen Lebens vorgestellt, die mir auch heute wichtig erscheinen.
Jesus spricht die Jüngerinnen und Jünger als solche an, die auf Gastfreundschaft angewiesen sind und zugleich trotz (oder wegen?) ihrer Besitzlosigkeit ein Geschenk mitbringen, das nicht erworben, sondern nur empfangen werden kann: nämlich Gottes Frieden. Der Segen „Friede diesem Haus“ ist mehr als ein Gruß, er ist eine wirkliche und wirksame Gabe. Eine Gabe, die die Jüngerinnen und Jünger selbst empfangen haben.

Eine Gabe allerdings, für die Raum sein muss im Leben und Herzen der Menschen. Die Gabe des Friedens hat einen konkreten Ort. Dieser ist das Haus derer, die sich dem Begehren und der Bedürftigkeit der Mitarbeiter Gottes öffnen. Das Haus ist der Ort der potentiellen Friedfertigkeit, die durch Gottes Gabe zu wirklichem Frieden wird. Die Jüngerinnen und Jünger sind ohne Geld, ausreichende Kleidung und Nahrung. Das sollen sie aber nicht bleiben. Sie sollen sie ebenso wie die Gabe des Friedens erhalten: als Geschenk. Sie sollen nicht unbehaust bleiben. Denn wohnen zu können, eine Bleibe zu haben, ist Basis menschlichen Lebens.

Und aus der Perspektive der Gastgeber, die in Jesu Rede auch angesprochen sind, gilt: Ein Haus wird ein Haus dann, wenn es die Bestimmung, die es hat, nämlich Bleibe zu sein, Ort des Schutzes, der Intimität und der Sammlung, Ort von Dingen, die unser eigen sind, erfüllt nicht nur für die Besitzer, sondern für Gäste. Ein Haus soll keine Festung sein. Geschlossene Gesellschaften hören auf, überhaupt Gesellschaft zu sein.

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Monatslosung

Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt.

Kol 4, 6

Tucholsky Quartier

Unsere Kirche liegt am Rande des Quartiers, dessen Neuplanung gerade läuft. Informationen dazu finden Sie auf dem Blog des Bezirksamtes Altona unter www.tucholsky-quartier.de. Auch wir beteiligen uns an dem spannenden Entwicklunsgprozess.

 

Wir in Hamburg-Altona

Schon 1601 erlaubte Graf Ernst von Schauenburg den aus den Niederlanden geflohenen, in dem damals kleinen Ort Altona eine Gemeinde zu gründen und eine Kirche zu bauen. In der Blütezeit der Gemeinde im 17. und 18. Jahrhundert zählten viele Kaufleute, Reeder (Walfang), Unternehmer und Handwerker zu den Mennoniten. Unsere erste Kirche (Große Freiheit) brannte 1713 im Schwedenbrand nieder und wurde durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. 1915 wurde die neue Kirche der Mennonitengemeinde an der Mennonitenstraße in Altona-Nord eingeweiht, die uns seitdem als Versammlungsort dient.