Monatssprüche

„Unser Körper gehört Gott", sagt der Apostel Paulus, aber er fügt ganz sympathisch, ganz menschlich hinzu: Macht dem Heiligen Geist Ehre durch die Art, wie ihr mit eurem Körper umgeht!" Körperfreundlichkeit und nicht Feindlichkeit. Und wir Christen? Reden wir so gern von unserem Körper? Wir gesellen ihm lieber sogleich Geist und Seele hinzu. Sicherheitshalber. Bibelhalber. Paulus schreibt, dass unser Leib, unser Körper ein Tempel des Heiligen Geistes ist. Da erhält unser Körper eine Würde und wir Menschenkinder werden ganzheitlich wahrgenommen. Und so ist es ja auch: wenn ich mit ganzem Herzen Gott suche und aus Gottes Kraft leben möchte, dann kann das nicht nur im Kopf geschehen.

"Ihr aber seid die Auserwählten, eine königliche Priesterschaft, ein heiliges Volk, Gottes Eigentum. Denn ihr sollt die großen Taten Gottes Verkündigen, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht berufen hat.“ (1. Petrus 2,9) - Etwas Besonderes zu sein ist ein gutes Ding. Menschen brauchen das Gefühl, dass sie doch – trotz allem – etwas Besonderes sind. Kleinen Kindern wird oft gesagt, wie besonders sie sind. Und das sind sie auch, weil sie so viel lernen und dann auch leisten können. Später im Leben wird die Situation dann anders.

Es gibt verschiedene Versuche, Gott zu beschreiben; als Vater, als Herr, oder eben hier ungewöhnlicherweise als Mutter. Es ist bemerkenswert, dass hier einmal nicht die Männlichkeit, sondern die Weiblichkeit mit Gott assoziiert wird: wobei es auch in Zeilen vorher vor allem um eine Seite des Weiblichen geht: Die Mütterlichkeit. Wofür steht sie hier und wofür steht dann Gott? – Es wird die Sehnsucht ausgedrückt, dass Gott uns nicht los lässt, sondern umfangen hält wie eine Mutter einen Säugling. Ein liebevolles Umfangen, ein sanftes, zärtliches, ein umsorgendes, ernährendes.

 

Dieser Vers ist einerseits ganz klar und verständlich – und andererseits doch recht kompliziert. Will Markus wirklich sagen, dass nur ein Mensch, der sich mit allen seinen Mitmenschen ausgesöhnt hat, sein Wort an Gott richten darf? Würden Christen sich strikt daran halten, ginge ich davon aus, dass im Himmel recht wenige Gebete ankommen würden. Ich glaube schon, der Evangelist meint es ernst – aber eher im grundsätzlichen Sinne: Er stellt eine Hierarchie auf, sagt uns also, was wichtiger – und was weniger wichtig ist.

Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen! Denn der Herr hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden. (Jes. 49,13) - Dies ist eine grandiose Aufforderung und Ermunterung zum Feiern. Der ganze Kosmos, die Natur, ja, die Schöpfung Gottes, soll ihren Schöpfer und seine großen Taten widerspiegeln in Freude und Fest. Ist es poetisch orientalischer Überschwang? Hatte denn das Volk Israel, zu dem dieser Text im 6 Jh. v.Chr. gesprochen wurde, Grund zum Feiern? Sie waren eben ins Exil geführt worden, hatten Krieg, Tod und Verfolgung erlebt.

Der Judasbrief ist wohl die am wenigs-ten bekannte Schrift des Neuen Testaments. Schon der Name des Verfassers befremdet, weil man unwillkürlich an Judas Iskariot denkt, der Jesus verraten hat. Aber der Judas, der diesen Vers geschrieben hat, ist jemand anderes. Er nennt sich „ein Knecht Jesu Christi und Bruder des Jakobus“ und könnte ein Halbbruder von Jesus gewesen sein. Der Judasbrief ist wirklich eine interessante Lektüre - nicht, weil er so schön kurz ist und eine der kleinsten Schriften des Neuen Testamentes. Dieser Text ist vermutlich auch eine der am wenigsten gelesenen Schriften der Bibel.

... und sollten das Böse nicht auch annehmen? (Hiob2, 10) - Hiob ist ein geschlagener Mann. Trotz seines gottesfürchtigen, frommen Lebenswandels trifft ihn ein Unglück nach dem anderen. Seine Herden werden vom Blitz erschlagen, Knechte getötet, die Kinder unter einem einstürzenden Haus begraben. Wo hat Hiob gefehlt? Er ist sich keiner Schuld bewusst und fällt in tiefe Zweifel. Er zerreißt sein Gewand, fällt nieder zur Erde und betet. An dieser Stelle schauen wir Hiob ins Herz. Er hätte Gott fluchen können. Aber in all seiner inneren und äußeren Not betet er: „Der Herr hat‘s gegeben, der Herr hat‘s genommen, der Name des Herrn sei gelobt.“

Für eine glückliche Kindheit ist es nie zu spät, sagt ein evangelischer Kollege von mir immer mal wieder. Wir sollen werden wie die Kinder, sagt Jesus immer mal wieder. Kinder und Kindheit sind also besonders mit Segen oder Sehnsucht ausgestattet. Doch wie sind Kinder? Was macht Kinder aus? Hier einige gängige Meinungen: Alle Kinder können malen. Kinder machen Krach. Kinder sind süß. Kinder quengeln rum. Kinder kann man zwar erziehen, aber am Ende machen sie sowieso alles nach, was sie bei ihren Eltern sehen. Kinder brauchen Liebe. Sicher können wir die Liste noch ergänzen. Was meint Jesus, wenn er sagt: Wenn Ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet Ihr nicht ins Himmelreich kommen (Matth. 18,3)?

Der Umgang mit der Wahrheit: „Euer Ja sei ein Ja, Euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösem.“ Mt 5,37 - Eigentlich geht es hier um das Schwören bzw. darum, einen Eid zu leisten. Ein Eid, ein Schwur als Bekräftigung der Wahrheit. Warum ist das notwendig? Bonhoeffer stellte hierzu fest: „Der Eid ist der Beweis für die Lüge in der Welt.“ Damit trifft er ziemlich genau das, was Jesus meint. Es gibt tatsächlich viele Stufen zwischen einer dreisten Lüge und der ganzen Wahrheit. Wir reden von den verdrehten Wahrheiten oder von halben Wahrheiten. Der Umgang mit der Wahrheit ist in unserer Welt eine regelrechte Kunstform.

Es scheint ein Kennzeichen junger Menschen zu sein, dass sie sich als unbesiegbar fühlen. Sie strotzen vor Energie, saugen tagtäglich unermesslich viele neue Erfahrungen in sich auf und fühlen, wie sie wachsen, größer und stärker werden. Jeder Tag birgt in sich neue Herausforderungen, die gemeistert werden, und neue Chancen, das zu zeigen, was sie können. Es gibt zwar hier und dort kleine Niederlagen. Die Kräfte reichen manchmal doch nicht aus, die Erfahrung ist noch nicht ganz da, um in jeder Situation Herr oder Herrin der Lage zu sein. Aber das macht nichts, es ist egal, das nächste Mal klappt es! Der Optimismus und die Zuversicht wachsen auch mit. Und warum nicht?

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Monatslosung

„Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“

Hebräer 11, 1

Tucholsky Quartier

Unsere Kirche liegt am Rande des Quartiers, dessen Neuplanung angedacht ist. Informationen dazu finden Sie auf dem Blog des Bezirksamtes Altona unter www.tucholsky-quartier.de. Auch wir beteiligen uns an dem - derzeit ruhenden - Entwicklunsgprozess.

 

Wir in Hamburg-Altona

Schon 1601 erlaubte Graf Ernst von Schauenburg den aus den Niederlanden geflohenen, in dem damals kleinen Ort Altona eine Gemeinde zu gründen und eine Kirche zu bauen. In der Blütezeit der Gemeinde im 17. und 18. Jahrhundert zählten viele Kaufleute, Reeder (Walfang), Unternehmer und Handwerker zu den Mennoniten. Unsere erste Kirche (Große Freiheit) brannte 1713 im Schwedenbrand nieder und wurde durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. 1915 wurde die neue Kirche der Mennonitengemeinde an der Mennonitenstraße in Altona-Nord eingeweiht, die uns seitdem als Versammlungsort dient.