Monatssprüche

Der Prophet gibt uns ein Versprechen: Alles wird gut – aber er verrät uns hier nicht wann das sein wird und welche Schritte bis dahin noch zu machen sind. In anderen Versen des Jesaja-Buches macht er aber immerhin klar, wer es gut werden lässt: das kann Gott allein. Das heißt für ihn aber nicht, dass wir Menschen uns aufgrund unser Machtlosigkeit zurücklehnen sollen – wer die vielen Drohworte am Anfang des Buches kennt, der weiß: der Mensch soll einiges tun und vieles lassen, damit auf ödem Land Lilien blühen können.

„Lernt, Gutes zu tun! Sorgt für das Recht! Helft den Unterdrückten! Verschafft den Waisen Recht, tretet ein für die Witwen!“ Jesaja 1, 17 - Dieser Vers in der Bibel ist eine moralische Anleitung zur Gottesfurcht – in Jesaja lautet die Bezeichnung sogar „zum richtigen Gottesdienst“. Wer kann da nicht nicken und einverstanden sein, dass ChristInnen, ja, alle religiös und ethisch verantwortungsbewussten Menschen solche Worte ernst nehmen sollen. Es ist bis heute eine Frage geblieben, was denn richtiger Gottesdienst sein soll. Die einen entscheiden sich für die Abwendung von der Gesellschaft und fokussieren auf endzeitliche und paradiesische Erwartungen.

Salomo, der Königssohn, steht vor einer riesigen Aufgabe. Sein Vater David befiehlt ihm, dem Gott Israels einen Tempel zu bauen. David selbst hatte schon sehr viel Material herbeigeschafft, aber es sollte nicht seine Aufgabe sein, dem Tempel letztlich zu bauen; sein Sohn sollte das große Werk vollbringen. Welche Herausforderung für Salomo! Aber sein Vater David steht hinter ihm; ermutigende Worte, prophetisch gefärbte Gottesworte, spricht er ihm zu. Die Macht des Vaters neigt sich dem Ende zu, aber er wird darüber nicht bitter, sondern gibt seine Macht und Verantwortung an den Sohn.

Zum Weihnachtsfest 1992, als wir Kinder mit der Sorge und Fürsorge für unsere alten Eltern sehr eingespannt waren, schenkten Bruder und Schwägerin mir eine schöne Bibel. Auf deren erster Innenseite sie den ersten Teil unseres Monatsspruchs als Widmung geschrieben hatten, zu jener Zeit ein sehr tröstliches Wort: Im Dennoch, trotz eines nicht leicht zu bewältigenden Alltags, an Gott zu bleiben und seine Hilfe und Nähe dankbar zu spüren, und immer wieder meine Hand in seine legen zu dürfen, um den Halt nicht zu verlieren.

Bald ist Pfingsten. Der Heilige Geist wird auf die Menschen, vor allem auf die Apostel „regnen“. Die christliche Kirche konstituiert sich: Was heißt das? Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden. (Apg. 2, 11) Ich denke, es ist eine Geschichte des Verstehens und Zuhörens, des Verstehen-Wollens und Zuhören-Wollens – trotz aller Unterschiede. Es ist in dem Moment des Pfingstwunders ein wirkliches sich Öffnen für den Anderen. Warum und wie das passiert ist, warum gerade dann und dort, ist wahrlich nicht erklärbar und ein Wunder oder Zeichen!

Gut, dass wir Sie haben! - Zur Realität jeder Gemeinde gehören Alteingesessene und Neu-Dazu-Gekommene, Hauptamtliche und Ehrenamtliche, unterschiedliche gesellschaftliche Schichten und in allem: Frauen und Männer. Das war auch schon zu Paulus Zeiten so; und augenscheinlich hat das zu Ausgrenzungen geführt. Sonst müsste Paulus die Gemeinde in Galatien nicht daran erinnern, dass das Verbindende über alle gesellschaftlichen, nationalen und biologischen Grundmuster hinweg die Taufe ist. Wir alle gehören gleichermaßen zu Christus und dadurch ist alles Zertrennende schon weggenommen.

Eigentlich waren es ganz freundliche Jungs, die ich da in USA getroffen habe und mit denen ich einen ganzen Tag lang durch New Orleans gelaufen bin, bis sie mich abends ausraubten. Sie nahmen mir fast alles: Zelt, Schlafsack, Kleider, Kamera, Bargeld, Pass. Ich hatte nur noch das, was ich am Leib trug und im Sicherheitsgürtel versteckt hatte: Flugticket, Adressbuch, Travellerschecks. Mutterseelenallein, wütend und tief traurig lief ich durch die leeren Straßen und kam an ein billiges Rucksacktouristenhotel. Dort lernte ich Jacques kennen, einen Franzosen, der auch allein durch USA reiste. Damals war ich 19 Jahre alt. Es wurde die längste und beste Reisebekanntschaft meines Lebens, noch heute haben wir guten Kontakt.

Einander zu lieben – das ist gerade dann richtig herausfordernd, wenn man sich eigentlich fremd ist. Dann, wenn nicht alles glatt läuft, dann, wenn man sich fremd ist oder sich entfremdet hat. Einander zu lieben, das kann richtig anstrengend sein. Liebe heißt nicht nach der ersten großen Herausforderung zu sagen: Ich gehe jetzt… . Trotz oder gerade wegen der Herausforderung kann die Liebe sogar wachsen.

Wieviel Haare verträgt die Suppe? Bei diesem Bibelwort (Eph 4.29) musste ich zuerst an den Volkssport Nummer eins denken: Das Lästern. Wäre das Schlecht-Reden über andere verboten, dann gäbe es wohl einige, die dann nicht mehr viel zu sagen hätten. Gerade in Betrieben wird gerne und ausgiebig über die Anderen gelästert.

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Monatslosung

„Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“

Hebräer 11, 1

Tucholsky Quartier

Unsere Kirche liegt am Rande des Quartiers, dessen Neuplanung angedacht ist. Informationen dazu finden Sie auf dem Blog des Bezirksamtes Altona unter www.tucholsky-quartier.de. Auch wir beteiligen uns an dem - derzeit ruhenden - Entwicklunsgprozess.

 

Wir in Hamburg-Altona

Schon 1601 erlaubte Graf Ernst von Schauenburg den aus den Niederlanden geflohenen, in dem damals kleinen Ort Altona eine Gemeinde zu gründen und eine Kirche zu bauen. In der Blütezeit der Gemeinde im 17. und 18. Jahrhundert zählten viele Kaufleute, Reeder (Walfang), Unternehmer und Handwerker zu den Mennoniten. Unsere erste Kirche (Große Freiheit) brannte 1713 im Schwedenbrand nieder und wurde durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. 1915 wurde die neue Kirche der Mennonitengemeinde an der Mennonitenstraße in Altona-Nord eingeweiht, die uns seitdem als Versammlungsort dient.